Leseprobe Kapitel 12
Von einem echten Abenteuer, einer dunklen Nacht, einem hungrigen Hai und Kikis lebensrettender Geistesgegenwart
Der Wind meinte es gut mit dem Dreiergespann, das nun auf dem Weg in ein echtes und alles andere als erfundenes Abenteuer war. Unaufhörlich blies der Wind freundlich über das Meer in das Bettlakensegel hinein, und die Reise ging mehr als zügig voran. So leicht hatten sie sich das gar nicht vorgestellt. Selbst Lukas war guter Dinge und summte zusammen mit Kiki nordländische Seemannslieder. Besser gesagt: Kiki summte. Lukas
brummte eher, und das auch gern mal ein wenig schräg.
Als Kapitän zur See bestimmte Kiki die Pausen und wann jeder seine Ration zu essen bekam – in Seetang eingerollte Fischhäppchen.
Für Conrad war das völlig in Ordnung. Essen war für ihn sowieso nur eine Notwendigkeit, die sein Körper brauchte, um fit zu sein. Mit Lukas sah das natürlich anders aus – kann man sich ja denken. Er versuchte jedes Mal, Kiki um ein Stück mehr anzuhauen.
Doch sie blieb hart: „Nein, Lukas, auf See teilt man sich sein Essen und Trinken ein. Man weiß nie, was kommt.“
„Genau, Lukas. Außerdem tut das deiner vollschlanken Linie mal ganz gut“, ließ sich dazu auch Conrad vernehmen, der gerade am Rand der Eisscholle saß und das Meer beobachtete.
Bewaffnet mit Stift und Zettel, notierte er sich die Wellenbewegungen und listete zudem jeden einzelnen Fisch auf, den er entdecken konnte... wozu auch immer. Das war halt Conrads Spleen: Wissen anhäufen, die kleinen Welten der großen Welt erforschen und sich selbst ständig überprüfen.
Wenigstens machte das nicht dick!
Plötzlich wurde es schummrig um die drei dort mitten auf dem Meer. Kiki schwenkte sofort ihren Blick zum Himmel und hielt nach Wolken Ausschau. Ein Unwetter konnten sie jetzt gar nicht gebrauchen. Doch weit und breit war nichts zu sehen. Hm. Nur die Sonne stand tiefer, als sie es von Nordland her kannten. Na ja, sie waren ja auch schon ein gutes Stück von ihrer Heimat entfernt.
Doch je länger Kiki hinsah, desto mehr rutschte die Sonne vom Himmel. Und dann – huch – war sie mit einem Mal weg.
Einfach so. Und mit ihr das Licht! Oh je, das war ja nun gar nichts für Lukas, der zitternd seine Pranke auf Kikis Hand gelegt hatte:
„D-d-d-d-das Meer hat die Sonne verschluckt! Es hat uns das Licht genommen. W-w-w-w-was machen wir denn jetzt? Es ist so dunkel. Ich seh nichts mehr, ich ... ich ...“
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Der Wind meinte es gut mit dem Dreiergespann, das nun auf dem Weg in ein echtes und alles andere als erfundenes Abenteuer war. Unaufhörlich blies der Wind freundlich über das Meer in das Bettlakensegel hinein, und die Reise ging mehr als zügig voran. So leicht hatten sie sich das gar nicht vorgestellt. Selbst Lukas war guter Dinge und summte zusammen mit Kiki nordländische Seemannslieder. Besser gesagt: Kiki summte. Lukas
brummte eher, und das auch gern mal ein wenig schräg.
Als Kapitän zur See bestimmte Kiki die Pausen und wann jeder seine Ration zu essen bekam – in Seetang eingerollte Fischhäppchen.
Für Conrad war das völlig in Ordnung. Essen war für ihn sowieso nur eine Notwendigkeit, die sein Körper brauchte, um fit zu sein. Mit Lukas sah das natürlich anders aus – kann man sich ja denken. Er versuchte jedes Mal, Kiki um ein Stück mehr anzuhauen.
Doch sie blieb hart: „Nein, Lukas, auf See teilt man sich sein Essen und Trinken ein. Man weiß nie, was kommt.“
„Genau, Lukas. Außerdem tut das deiner vollschlanken Linie mal ganz gut“, ließ sich dazu auch Conrad vernehmen, der gerade am Rand der Eisscholle saß und das Meer beobachtete.
Bewaffnet mit Stift und Zettel, notierte er sich die Wellenbewegungen und listete zudem jeden einzelnen Fisch auf, den er entdecken konnte... wozu auch immer. Das war halt Conrads Spleen: Wissen anhäufen, die kleinen Welten der großen Welt erforschen und sich selbst ständig überprüfen.
Wenigstens machte das nicht dick!
Plötzlich wurde es schummrig um die drei dort mitten auf dem Meer. Kiki schwenkte sofort ihren Blick zum Himmel und hielt nach Wolken Ausschau. Ein Unwetter konnten sie jetzt gar nicht gebrauchen. Doch weit und breit war nichts zu sehen. Hm. Nur die Sonne stand tiefer, als sie es von Nordland her kannten. Na ja, sie waren ja auch schon ein gutes Stück von ihrer Heimat entfernt.
Doch je länger Kiki hinsah, desto mehr rutschte die Sonne vom Himmel. Und dann – huch – war sie mit einem Mal weg.
Einfach so. Und mit ihr das Licht! Oh je, das war ja nun gar nichts für Lukas, der zitternd seine Pranke auf Kikis Hand gelegt hatte:
„D-d-d-d-das Meer hat die Sonne verschluckt! Es hat uns das Licht genommen. W-w-w-w-was machen wir denn jetzt? Es ist so dunkel. Ich seh nichts mehr, ich ... ich ...“
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