Kikis Welt
Kiki Kufenflitzer und ihre Freunde Lukas, der Eisbär und Conrad, der Pinguin, leben ganz oben im kalten Norden, in einem Dorf namens Polaria.
Umgeben von großen Eisbergen, kleinen Eishügeln und Unmengen von Schnee, liegt das einzige Dorf von Nordland direkt an der Küste des Eismeeres.
Der Himmel über Nordland ist strahlend blau, und die Sonne verwandelt die Eislandschaft in ein funkelndes und glitzerndes Lichtermeer, das nie erlischt. Denn in Polaria wird es nicht dunkel. Die Sonne steht ganz oben am Himmel, ohne ihre Kreise zu drehen oder jemals unterzugehen.
Dass Kiki und die anderen Nordländer heutzutage an diesem wundervollen und friedlichen Ort leben, haben sie ihren Vorfahren zu verdanken. Und die Vorfahren, eine Gruppe von wagemutigen Abenteurern, verdanken dies wiederum dem Zufall.
Vor vielen Jahrhunderten wurden die Abenteurer mit ihrem Segelschiff auf dem eisigen, und mit Eisschollen und Eisbergen gespickten Nordmeer durch einen fürchterlichen Sturm an die Küste von Nordland gespült.
Damals hatte das Land aus Schnee und Eis natürlich noch gar keinen Namen. Es lag so weit oben im Norden, völlig unentdeckt, dass es auf keiner Landkarte und auf keinem Atlas verzeichnet war. Und so ist es auch bis heute geblieben.
Aber zurück zu den Abenteurern, die – froh, mit ihrem Schiff nicht gekentert zu sein - entdeckten, dass es an diesem herrlichen Ort genug Platz zum Leben gab.
Sie entschieden sich zu bleiben und nannten ihre neue Heimat – naheliegenderweise – "Nordland".
Kurz nachdem sie ihren Beschluss gefasst hatten, mussten die Abenteurer feststellen, dass sie nicht allein waren. Sie entdeckten die Tiere, um genauer zu sein: Eisbären und Pinguine. Die waren wie die Abenteurer, irgendwann ungeplanterweise auf diesem Fleckchen Erde (eigentlich muss man ja sagen: Fleckchen Schnee ) gelandet und hatten sich entschlossen zu bleiben.
Schnell fanden die Tiere und die Abenteurer zueinander und schafften sich einen gemeinsamen Lebensraum.
Die Abenteurer bauten ein Dorf aus Schnee und Eis, und die furchtlosen Tiere (sie kannten keine Menschen, die Jagd auf Tiere machen) waren neugierig geworden und erlernten mit viel Geduld die Sprache der Abenteurer.
So ließ es sich schließlich viel einfacher miteinander leben, und so konnten die Eisbären und Pinguine den Abenteurern auch leichter den Fischfang und andere nützliche Dinge beibringen, um im Eis zu überleben.
Die Umstellung für die Abenteurer war nämlich keinesfalls einfach!
Sie waren eigentlich Südländer, ehemalige Südländer, die abenteuerlustig die Welt erkunden wollten und sich irgendwann von Feuerland (einer kleinen Insel ganz weit unten im Süden – aber dazu später) mit ihrem Segelschiff aufmachten, um ein großes Abenteuer zu erleben.
Mit dem Nordland hatten sie ihr Abenteuer nun letztendlich auch gefunden.
Das Abenteuer: Leben im Eis.
Über die Jahre und Jahrzehnte hinweg begannen die Südländer sich zu verändern.
Von einer Generation zur nächsten froren sie immer weniger und benötigten schließlich keine Felle mehr, um sich zu wärmen.
Ihre dunkle Haut wurde immer heller, und ihre braunen und kupferfarbenen Haare blond.
Sie wurden eben richtige Nordländer, ein friedliches Volk, das ungestört mit den Eisbären und Pinguinen zusammen leben konnte.
Das Dorf Polaria wuchs über die Zeit zu einem wunderschönen Ort heran.
Die Wohnhäuser aus Eis hatte man mit runden Dächern bestückt, damit der frisch gefallene Schnee herabrutschen konnte.
Weil das so nett aussah, baute man auch die Häuser rund. Die Fenster bekamen passenderweise eine ovale Form. Sie wurden aus einer sehr dünnen Eisschicht angefertigt. Das Eis für die Häuser wurde aus Eisbergen herausgehauen.
Die Eishauer – Handwerker formten die Eisbrocken mit ihren Hacken und Eispickeln zurecht. Das machte ihnen oft so viel Spaß, dass sie mit der Zeit zu richtigen Künstlern wurden und es mittlerweile Häuser in den unterschiedlichsten Variationen gibt.
Kreativ und experimentierfreudig waren die Nordländer in vielerlei Hinsicht. So wurde auch einst der Kufenschuh, der für die Nordländer heutzutage nicht mehr wegzudenken ist, von einem gewissen Karlo Kufenflitzer erfunden – einem Vorfahren von Kiki, ja, genau!!!
Bevor Karlo den Kufenschuh erfand, schlitterten die Pinguinkinder problemlos über die Eisschollen ins Wasser. Die Bären rannten einfach über und durch den tiefen Schnee.
Nur die Abenteurer, und vor allem ihre Kinder, hatten erhebliche Schwierigkeiten mit der Fortbewegung. Sie stürzten auf dem glatten Eis oder versanken im meterhohen Schnee.
Die Nordländer brauchten also etwas zum Rutschen.
Etwas, mit dem man sich auf dem Eis fortbewegen konnte wie die Pinguine, und etwas, um nicht im Schnee zu versinken.
Es hatte lange gedauert, aber Karlo schaffte es, aus altem Werkzeug Kufen zu formen.
Die Metallkufen wurden damals noch mit einem Messer geschliffen, damit sie scharf waren und sicheren Halt auf dem glatten Eis gewährten.
Es stellte sich dann sogar noch heraus, dass diese Kufenschuhe – hatte man das Laufen darauf erst einmal erlernt – nicht nur praktisch waren, sondern auch ungemein viel Spaß brachten.
Für diese Erfindung ist Kiki ihrem Urururururahn heute megadankbar, denn nichts ist schöner, als mit den Kufenschuhen den Berg runterzuflitzen!
Besonders stolz sind die Nordländer übrigens auf ihr einzigartiges Denkmal, dass sie zu Ehren ihrer mutigen Vorfahren im Eishaus Nummer eins, dem Versammlungshaus des Dorfes, ausstellen.
Durch Zufall, fand man vor unzählig vielen Jahren in einem Hohlraum eines Berges einen wunderschönen Eiskristall. Ein würdiges Denkmal, entschieden die Nordländer damals.
Der Eiskristall ist für ein Denkmal nun nicht besonders groß, man kann ihn locker in eine Hand nehmen, aber er ist irgendwie auch unglaublich einzigartig!
Es ist, als hätte er Leben in sich. Als würde er von innen unaufhörlich pulsieren.
Der vom Eiskristall ausgehende Lichtstrahl leuchtet dabei in allen Regenbogenfarben.
Man kann beim Anschauen gar nicht genug davon bekommen und alle erinnern sich auf diese Weise gerne an die Abenteurer, die Nordland entdeckt haben.
Kikis Welt und Heimat ist das Nordland und ihr Dorf Polaria.
Über das Eismeer hinunter in den Süden nach Feuerland, ans andere Ende der Welt, ist sie noch niemals gereist – das würde sie aber gern mal.
Wäre ja dann ein richtiges Abenteuer!
Die Seefahrer, die in jedem Jahr nach Feuerland reisen, um lebensnotwendige Dinge zu erwerben, haben ihr schon viel über dieses kleine Land erzählt.
Lebensnotwendige Dinge? Ganz einfach: Trotz der Anpassung der Menschen an das Nordland gibt es Dinge, die benötigt werden und die durch die konstante Kälte des Landes nicht zu beschaffen sind.
Manches gibt es halt einfach nicht im Nordland.
Deshalb bauten Kikis Abenteurer-Vorfahren und erfahrene Seeleute einen Handel mit ihrer ehemaligen Heimat Feuerland auf. Seitdem fahren sie jedes Jahr einmal in den Süden, um wichtige Waren zu holen. Zum Beispiel Werkzeug, Wolle für Kleidung, Holz, um Möbel zu bauen, oder Gefäße aus Ton und allerlei andere nützliche Sachen.
Als Gegenleistung bringen sie große Fässer mit frisch getauten Eiswasser nach Feuerland!
Das Eiswasser ist nicht unbedingt lebensnotwendig für die Feuerländer, aber die Nordländer finden:
„Wenn man etwas bekommt, dann sollte man schließlich auch etwas geben.“
Die Eishauer hacken nun also jedes Jahr in Nordland Eis und verstauen die Klumpen in gewaltige Fässer. Bis zu ihrer Ankunft in Feuerland schmelzen die riesigen Eiswürfel langsam vor sich hin.
Das seit Jahrtausenden gefrorene Eis ist so rein und sauber, dass es, erst einmal zu Eiswasser geworden, unglaublich gut schmeckt. Die Südländer sind darüber jedes Mal begeistert.
In Feuerland gibt es Brunnen, aus denen man das Trinkwasser schöpft, aber das schmeckt lange nicht so gut wie das Wasser aus dem Nordland. Die Bäche und Flüsse in Feuerland werden zum Baden und Wäsche waschen benutzt, deshalb lassen die Südländer höchstens ihre Tiere daraus trinken. Und wo wir gerade schon mal bei Feuerland sind:
Die kleine Insel ganz weit unten im Süden – so abgelegen, dass man sie völlig vergaß und sie auf keiner Landkarte verzeichnet ist – besteht aus viel Stein und trockener Erde.
Vulkane verteilen sich über das ganze Land. Es ist warm, sehr warm sogar. Aber die Südländer sind daran gewöhnt.
Sie leben in Häusern aus Stein, lieben das Baden im kühlen Meer und verbringen viel Zeit mit der Jagd. In Feuerland wird, anders als in Nordland, Fleisch gegessen, dass in geselliger Runde in der Dämmerung des ausklingenden Tages am Lagerfeuer gegrillt wird.
Ihren Alltag verbringen viele Südländer damit, tiefe Löcher zu graben. Sie graben sich weit unter die Erde. Warum? Ganz einfach: um an verschiedenste Metalle heranzukommen. Aus den Metallen fertigen sie Werkzeuge. Auch die Werkzeuge, die nach Nordland verschifft werden.
Die interessanteste Entdeckung der Feuerländer – während all der Budellei in der Erde – war eines Tages zweifelsohne die „Kohle“.
Damit sind nicht Moneten oder Geldscheine gemeint, sondern diese schwarzen Steine, von denen man so richtig schön schmutzige Finger bekommt, wenn man sie anfasst.
Ein Arbeiter Namens Kupferstein (Ein Vorfahr von Jonas, genau !!!) bemerkte, dass Kohle brennen kann – sogar viel länger als Holz.
So war dann auch endlich eine Lösung für die wenigen Wälder auf Feuerland gefunden, die nun nicht mehr vollständig zu Brennholz verarbeitet werden mussten.
Holz wurde, seit der Entdeckung von Jonas' Vorfahr Kupferstein nur noch für den Bau von Möbeln und Schiffen benutzt.
Feuerland-umweltfreundlich eben!
Insgesamt sind die Südländer also ein zufriedenes Völkchen.
Sie können sich selbst versorgen und sind auf keine Hilfe angewiesen.
Das Eiswasser aus Polaria ist ein zusätzlicher Luxus. Nicht lebensnotwendig, aber eben was Besonderes.
So unterschiedlich die beiden Lebensräume – Nordland und Feuerland – den meisten nun erscheinen mögen, so haben doch Nordländer wie Feuerländer einen Weg gefunden, alles zu einer großen und spannenden Welt zu verbinden. Eine Welt, in der es für Kiki und ihreFreunde viel zu entdecken gibt und in der man bestimmt ein richtiges Abenteuer erleben kann ...
Umgeben von großen Eisbergen, kleinen Eishügeln und Unmengen von Schnee, liegt das einzige Dorf von Nordland direkt an der Küste des Eismeeres.
Der Himmel über Nordland ist strahlend blau, und die Sonne verwandelt die Eislandschaft in ein funkelndes und glitzerndes Lichtermeer, das nie erlischt. Denn in Polaria wird es nicht dunkel. Die Sonne steht ganz oben am Himmel, ohne ihre Kreise zu drehen oder jemals unterzugehen.
Dass Kiki und die anderen Nordländer heutzutage an diesem wundervollen und friedlichen Ort leben, haben sie ihren Vorfahren zu verdanken. Und die Vorfahren, eine Gruppe von wagemutigen Abenteurern, verdanken dies wiederum dem Zufall. Vor vielen Jahrhunderten wurden die Abenteurer mit ihrem Segelschiff auf dem eisigen, und mit Eisschollen und Eisbergen gespickten Nordmeer durch einen fürchterlichen Sturm an die Küste von Nordland gespült.
Damals hatte das Land aus Schnee und Eis natürlich noch gar keinen Namen. Es lag so weit oben im Norden, völlig unentdeckt, dass es auf keiner Landkarte und auf keinem Atlas verzeichnet war. Und so ist es auch bis heute geblieben.
Aber zurück zu den Abenteurern, die – froh, mit ihrem Schiff nicht gekentert zu sein - entdeckten, dass es an diesem herrlichen Ort genug Platz zum Leben gab.
Sie entschieden sich zu bleiben und nannten ihre neue Heimat – naheliegenderweise – "Nordland".
Kurz nachdem sie ihren Beschluss gefasst hatten, mussten die Abenteurer feststellen, dass sie nicht allein waren. Sie entdeckten die Tiere, um genauer zu sein: Eisbären und Pinguine. Die waren wie die Abenteurer, irgendwann ungeplanterweise auf diesem Fleckchen Erde (eigentlich muss man ja sagen: Fleckchen Schnee ) gelandet und hatten sich entschlossen zu bleiben.
Schnell fanden die Tiere und die Abenteurer zueinander und schafften sich einen gemeinsamen Lebensraum.
Die Abenteurer bauten ein Dorf aus Schnee und Eis, und die furchtlosen Tiere (sie kannten keine Menschen, die Jagd auf Tiere machen) waren neugierig geworden und erlernten mit viel Geduld die Sprache der Abenteurer.
So ließ es sich schließlich viel einfacher miteinander leben, und so konnten die Eisbären und Pinguine den Abenteurern auch leichter den Fischfang und andere nützliche Dinge beibringen, um im Eis zu überleben.
Die Umstellung für die Abenteurer war nämlich keinesfalls einfach!
Sie waren eigentlich Südländer, ehemalige Südländer, die abenteuerlustig die Welt erkunden wollten und sich irgendwann von Feuerland (einer kleinen Insel ganz weit unten im Süden – aber dazu später) mit ihrem Segelschiff aufmachten, um ein großes Abenteuer zu erleben.
Mit dem Nordland hatten sie ihr Abenteuer nun letztendlich auch gefunden.
Das Abenteuer: Leben im Eis.
Über die Jahre und Jahrzehnte hinweg begannen die Südländer sich zu verändern.
Von einer Generation zur nächsten froren sie immer weniger und benötigten schließlich keine Felle mehr, um sich zu wärmen.
Ihre dunkle Haut wurde immer heller, und ihre braunen und kupferfarbenen Haare blond.
Sie wurden eben richtige Nordländer, ein friedliches Volk, das ungestört mit den Eisbären und Pinguinen zusammen leben konnte.
Das Dorf Polaria wuchs über die Zeit zu einem wunderschönen Ort heran.
Die Wohnhäuser aus Eis hatte man mit runden Dächern bestückt, damit der frisch gefallene Schnee herabrutschen konnte.
Weil das so nett aussah, baute man auch die Häuser rund. Die Fenster bekamen passenderweise eine ovale Form. Sie wurden aus einer sehr dünnen Eisschicht angefertigt. Das Eis für die Häuser wurde aus Eisbergen herausgehauen.
Die Eishauer – Handwerker formten die Eisbrocken mit ihren Hacken und Eispickeln zurecht. Das machte ihnen oft so viel Spaß, dass sie mit der Zeit zu richtigen Künstlern wurden und es mittlerweile Häuser in den unterschiedlichsten Variationen gibt.
Kreativ und experimentierfreudig waren die Nordländer in vielerlei Hinsicht. So wurde auch einst der Kufenschuh, der für die Nordländer heutzutage nicht mehr wegzudenken ist, von einem gewissen Karlo Kufenflitzer erfunden – einem Vorfahren von Kiki, ja, genau!!!
Bevor Karlo den Kufenschuh erfand, schlitterten die Pinguinkinder problemlos über die Eisschollen ins Wasser. Die Bären rannten einfach über und durch den tiefen Schnee.
Nur die Abenteurer, und vor allem ihre Kinder, hatten erhebliche Schwierigkeiten mit der Fortbewegung. Sie stürzten auf dem glatten Eis oder versanken im meterhohen Schnee.
Die Nordländer brauchten also etwas zum Rutschen.
Etwas, mit dem man sich auf dem Eis fortbewegen konnte wie die Pinguine, und etwas, um nicht im Schnee zu versinken.
Es hatte lange gedauert, aber Karlo schaffte es, aus altem Werkzeug Kufen zu formen.
Die Metallkufen wurden damals noch mit einem Messer geschliffen, damit sie scharf waren und sicheren Halt auf dem glatten Eis gewährten.
Es stellte sich dann sogar noch heraus, dass diese Kufenschuhe – hatte man das Laufen darauf erst einmal erlernt – nicht nur praktisch waren, sondern auch ungemein viel Spaß brachten.
Für diese Erfindung ist Kiki ihrem Urururururahn heute megadankbar, denn nichts ist schöner, als mit den Kufenschuhen den Berg runterzuflitzen!
Besonders stolz sind die Nordländer übrigens auf ihr einzigartiges Denkmal, dass sie zu Ehren ihrer mutigen Vorfahren im Eishaus Nummer eins, dem Versammlungshaus des Dorfes, ausstellen.
Durch Zufall, fand man vor unzählig vielen Jahren in einem Hohlraum eines Berges einen wunderschönen Eiskristall. Ein würdiges Denkmal, entschieden die Nordländer damals.
Der Eiskristall ist für ein Denkmal nun nicht besonders groß, man kann ihn locker in eine Hand nehmen, aber er ist irgendwie auch unglaublich einzigartig!
Es ist, als hätte er Leben in sich. Als würde er von innen unaufhörlich pulsieren.
Der vom Eiskristall ausgehende Lichtstrahl leuchtet dabei in allen Regenbogenfarben.
Man kann beim Anschauen gar nicht genug davon bekommen und alle erinnern sich auf diese Weise gerne an die Abenteurer, die Nordland entdeckt haben.
Kikis Welt und Heimat ist das Nordland und ihr Dorf Polaria.
Über das Eismeer hinunter in den Süden nach Feuerland, ans andere Ende der Welt, ist sie noch niemals gereist – das würde sie aber gern mal.
Wäre ja dann ein richtiges Abenteuer!
Die Seefahrer, die in jedem Jahr nach Feuerland reisen, um lebensnotwendige Dinge zu erwerben, haben ihr schon viel über dieses kleine Land erzählt.
Lebensnotwendige Dinge? Ganz einfach: Trotz der Anpassung der Menschen an das Nordland gibt es Dinge, die benötigt werden und die durch die konstante Kälte des Landes nicht zu beschaffen sind.
Manches gibt es halt einfach nicht im Nordland.
Deshalb bauten Kikis Abenteurer-Vorfahren und erfahrene Seeleute einen Handel mit ihrer ehemaligen Heimat Feuerland auf. Seitdem fahren sie jedes Jahr einmal in den Süden, um wichtige Waren zu holen. Zum Beispiel Werkzeug, Wolle für Kleidung, Holz, um Möbel zu bauen, oder Gefäße aus Ton und allerlei andere nützliche Sachen.
Als Gegenleistung bringen sie große Fässer mit frisch getauten Eiswasser nach Feuerland!
Das Eiswasser ist nicht unbedingt lebensnotwendig für die Feuerländer, aber die Nordländer finden:
„Wenn man etwas bekommt, dann sollte man schließlich auch etwas geben.“
Die Eishauer hacken nun also jedes Jahr in Nordland Eis und verstauen die Klumpen in gewaltige Fässer. Bis zu ihrer Ankunft in Feuerland schmelzen die riesigen Eiswürfel langsam vor sich hin.
Das seit Jahrtausenden gefrorene Eis ist so rein und sauber, dass es, erst einmal zu Eiswasser geworden, unglaublich gut schmeckt. Die Südländer sind darüber jedes Mal begeistert.
In Feuerland gibt es Brunnen, aus denen man das Trinkwasser schöpft, aber das schmeckt lange nicht so gut wie das Wasser aus dem Nordland. Die Bäche und Flüsse in Feuerland werden zum Baden und Wäsche waschen benutzt, deshalb lassen die Südländer höchstens ihre Tiere daraus trinken. Und wo wir gerade schon mal bei Feuerland sind:
Die kleine Insel ganz weit unten im Süden – so abgelegen, dass man sie völlig vergaß und sie auf keiner Landkarte verzeichnet ist – besteht aus viel Stein und trockener Erde.
Vulkane verteilen sich über das ganze Land. Es ist warm, sehr warm sogar. Aber die Südländer sind daran gewöhnt.
Sie leben in Häusern aus Stein, lieben das Baden im kühlen Meer und verbringen viel Zeit mit der Jagd. In Feuerland wird, anders als in Nordland, Fleisch gegessen, dass in geselliger Runde in der Dämmerung des ausklingenden Tages am Lagerfeuer gegrillt wird.
Ihren Alltag verbringen viele Südländer damit, tiefe Löcher zu graben. Sie graben sich weit unter die Erde. Warum? Ganz einfach: um an verschiedenste Metalle heranzukommen. Aus den Metallen fertigen sie Werkzeuge. Auch die Werkzeuge, die nach Nordland verschifft werden.
Die interessanteste Entdeckung der Feuerländer – während all der Budellei in der Erde – war eines Tages zweifelsohne die „Kohle“.
Damit sind nicht Moneten oder Geldscheine gemeint, sondern diese schwarzen Steine, von denen man so richtig schön schmutzige Finger bekommt, wenn man sie anfasst.
Ein Arbeiter Namens Kupferstein (Ein Vorfahr von Jonas, genau !!!) bemerkte, dass Kohle brennen kann – sogar viel länger als Holz.
So war dann auch endlich eine Lösung für die wenigen Wälder auf Feuerland gefunden, die nun nicht mehr vollständig zu Brennholz verarbeitet werden mussten.
Holz wurde, seit der Entdeckung von Jonas' Vorfahr Kupferstein nur noch für den Bau von Möbeln und Schiffen benutzt.
Feuerland-umweltfreundlich eben!
Insgesamt sind die Südländer also ein zufriedenes Völkchen.
Sie können sich selbst versorgen und sind auf keine Hilfe angewiesen.
Das Eiswasser aus Polaria ist ein zusätzlicher Luxus. Nicht lebensnotwendig, aber eben was Besonderes.
So unterschiedlich die beiden Lebensräume – Nordland und Feuerland – den meisten nun erscheinen mögen, so haben doch Nordländer wie Feuerländer einen Weg gefunden, alles zu einer großen und spannenden Welt zu verbinden. Eine Welt, in der es für Kiki und ihreFreunde viel zu entdecken gibt und in der man bestimmt ein richtiges Abenteuer erleben kann ...


