Autorin
Als man Tanja Szewczenko beibrachte, dass man auf einfache Weise Gesagtes und Gedachtes festhalten kann, entdeckte sie das Schreiben für sich. Tagebücher, Kurzgeschichten und etwas längere Geschichten.
Sie hielt Erlebnisse, Liebesgeschichten und andere welt- und nicht weltbewegende Ereignisse fest. Realität und Fiktion wurden beschrieben und vermischt.
Während ihrer engen Zusammenarbeit mit den Autoren der RTL-Serie ALLES WAS ZÄHLT hat man ihre Kreativität und ihr Mitwirken an der Entwicklung der Geschichten unterstützt und ihre Ideen gemeinsam umgesetzt.
Aber nicht das löste Tanjas Schreiblust zu ihrem ersten Roman aus – vielmehr war es ein Geburtstagsgeschenk ihres Schauspielkollegen Dennis Grabosch.
Er überreichte Tanja eine selbstangefertigte Zeichnung: ein kleines drahtiges Mädchen mit einem Wuschelkopf und riesigen Schlittschuhen an den Füssen.
Eher eine Karikatur als ein schmeichelndes Abbild ihrer Person.
Aber irgendwie niedlich und auch irgendwie cool.
Tanjas Gedankenkarussell begann sich zu drehen.
Sie hatte sich schon längst in die Figur ohne Namen verliebt. Immer wieder schaute sie sich die Zeichnung an, und immer wieder kam ihr ein neuer Gedanke.
Bis sich nach und nach eine ganze Geschichte daraus entwickelte.
Zu schön, um sie vielleicht mit der Zeit einfach wieder zu vergessen.
Zehn Monate und unzählige Gedankengänge später setzte sich Tanja Szewczenko dann im Mai 2008 an die Tastatur ihres Laptops und musste selbst erstaunt feststellen, wie tippende Finger nicht mehr aufhörten,Wörter zu bilden, Buchstabe für Buchstabe, und dabei Gedanken zu geschriebenen Sätzen wurden.
Tanja Szewczenko kann in ihrem jungen Leben schon jetzt auf eine lange und ereignisreiche Karriere zurückblicken.
Die in Düsseldorf geborene rheinische Frohnatur mit dem scheinbar unaussprechlichen Namen, hat sich schon früh für einen Weg in ihrem Leben entschieden.
Als zweijährige entdeckte sie das Eis für sich wie andere Kinder den Sandkasten und wollte die Stiefel mit den schmalen Kufen kaum noch gegen normale Schuhe eintauschen.
Im zarten Alter von vier Jahren beschloss Tanja Szewczenko, berühmt und die beste Eiskunstläuferin der Welt zu werden. Was sich einst wie süßes Kindergebrabbel vernehmen ließ und von vielen mit einem amüsierten Lächeln kommentiert wurde, steuerte knapp elf Jahre später der Realität entgegen.
Nach harten Trainingsjahren und einer umfangreichen Ausbildung auf dem Eis gelang Tanja Szewczenko 1993 – mit gerade mal 15 Jahren – der internationale Durchbruch auf dem Eis. Mit ihrer Natürlichkeit, ihrem jugendlichen, unbefangenen Charme, und ihrem mitreißenden, emotionsgeladenen Laufstil überzeugte sie allerdings nicht nur das Preisgericht, sonder lief sich damit auch in die Herzen der Zuschauer.
Das „Mädchen von nebenan“ weckte schnell das Interesse der Öffentlichkeit.
Bodenständig und aus einfachen Verhältnissen, lieferte sie die perfekte Vorstellung eines märchenhaften Aufstiegs. Mit ihrer unbekümmerten, temperamentvollen Art verbuchte Tanja den frühen Erfolg zwar stolz als einen ersten großen Schritt in ihrem Leben, sah sich selbst in aller Bescheidenheit aber noch lange nicht am Ziel ihrer Träume.
Ihre Disziplin und ihr Durchhaltevermögen wurden in der folgenden Saison mit dem Sieg der Deutschen Meisterschaft belohnt. Gerade 16 Jahre alt, setzte sie sich gegen die zurückgekehrte Königen des Eises, Katarina Witt, durch und sicherte sich damit ein Ticket für die olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.
Der 1,63m große Eisfloh wurde über Nacht zur Eisprinzessin und lief weiter zur Hochform auf.
Schon einen Monat später stand Tanja Szewczenko bei der Weltmeisterschaft in Japan mit einer Bronzemedaille auf dem Treppchen. Ohne Allüren und immer mit einem Lächeln auf den Lippen, war sie einfach nicht zu bremsen und stieg auf der Karriereleiter unaufhörlich nach oben.
Tanja Szewczenko musste sich aber auch den Schattenseiten des Lebens stellen.
1996 erkrankte sie schwer. Sie kämpfte ein Jahr gegen zwei Virusinfektionen an, die nicht nur zeitweilig ihr Leben, sondern auch ihre weitere sportliche Zukunft bedrohten.
Doch mit Optimismus und enormer Willenskraft stand sie nach eineinhalbjähriger Wettkampfpause wieder auf dem Eis und überraschte mit einem Sieg beim NationsCup’97. Sie erkämpfte sich den dritten Deutschen Meistertitel, errang die Silbemedaille beim World Cup und die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften 1998 in Mailand.
Damit bewies Tanja Szewczenko, dass alles möglich ist, und stieg zum Vorbild vieler auf.
Ihre Leidenschaft für das Eiskunstlaufen und der enorme Kampfgeist, immer wieder aufzustehen, hatte sie in der Eiskunstlaufwelt noch einmal ganz nach oben katapultiert.
Auszeichnungen wie die „Sportpersönlichkeit des Jahres“ unterstrichen die Anerkennung der Öffentlichkeit. Fans aus der ganzen Welt, verfolgten mit Spannung ihren Weg und ihre Art, mit Siegen und Niederlagen umzugehen.
Tanja Szewczenko blieb in jeder Lebenslage, zu jedem Zeitpunkt ihrer sportlichen Karriere authentisch und erwarb dadurch allgemeine Anerkennung.
Im Jahr 2000 beendete Tanja Szewczenko aufgrund anhaltender Verletzungen und der daraus entstandenen Stagnation ihre sportliche Karriere.
Keine leichte Entscheidung für die damals erst 23-Jährige.
Unter dem Motto „Manchmal muss man etwas sehr Großes aufgeben, um etwas noch Größeres zu gewinnen“ gelang es ihr aber, die neue Zukunft optimistisch anzugehen.
2001 nahm sie ein Engagement bei der irischen Stepptanzgruppe „Magic of the Dance“ an.
Als Gaststar begleitete sie die Truppe auf ihrer Europatournee.
Schmerz- und verletzungsfrei, hatte sie so die Möglichkeit, weiterhin vor Publikum zu stehen und den nötigen Abstand von ihrer – für sie enttäuschenden und viel zu früh beendeten – Eislaufkarriere zu bekommen.
Zielstrebig begann Tanja Szewczenko, neben den Tanzauftritten ihren zweiten großen Kindheitstraum zu verwirklichen: Schauspielerin. Als großer Fan des ehemaligen Revuestars Marika Rökk hatte sie ihr Vorbild und ihren Antrieb gefunden.
Nun hieß es für sie, mit viel Fleiß von vorne anzufangen.
Für die Karriere nach der Karriere.
Was sich Tanja Szewczenko in den Kopf setzt, wird gemacht.
Bei der täglichen Serie „Unter Uns“ (RTL) bekam sie Anfang 2002 ihre Chance.
Durch viel harte Arbeit gelang es ihr, aus der für vier Monate geplanten Nebenrolle, eine über drei Jahre bestehende Hauptrolle zu machen. Theaterrollen folgten – Tanja Szewczenko stieg zu einer anerkannten Schauspielerin auf.
Ihren Durchbruch als Schauspielerin erreichte sie aber erst 2006 mit der auf sie zugeschnittenen Eiskunstlaufserie ALLES WAS ZÄHLT (RTL).
Für die Rolle der Diana Sommer schnürte sie nach fünf Jahren Pause zum ersten Mal wieder ihre Schlittschuhe.
Und das erfolgreich: Die Serie wurde nach kürzester Zeit zum Quotenrenner und verkaufte sich 2008 ebenfalls erfolgreich unter dem Namen „Le reve de Diana“ nach Frankreich.
Die Sportart Eiskunstlauf rückte nach längerem Dornröschenschlaf wieder in das Interesse der Öffentlichkeit, und Tanja Szewczenko hatte in der Kombination als Schauspielerin und Eiskunstläuferin neue Maßstäbe gesteckt.
2007 nahm Tanja Szewczenko das Angebot an, als Gaststar für Holiday on Ice zu laufen.
Damit stand sie nach sieben Jahren zum ersten Mal wieder live vor einem eislaufbegeisterten Publikum. Der Erfolg bescherte der Eiskunstläuferin ein weiteres Engagement für die Holiday on Ice Saison 2008/2009.
Durch die Dreharbeiten zur Serie ALLES WAS ZÄHLT entdeckte Tanja Szewczenko 2008 das Paarlaufen für sich.
Eine neue, spannende Herausforderung.
Die Zusammenarbeit mit ihrem Partner Norman Jeschke gestaltete sich so gut, dass beide entschieden, auch nach Abschluss der Dreharbeiten ihre gemeinsame Arbeit fortzusetzen.
Ihr offizielles Debüt als Paarläuferin gab Tanja Szewczenko in der Holiday-on-Ice-Show „Elements“ 2008/2009.
Nebenbei arbeitete Tanja Szewczenko 2008 still und heimlich an ihrem ersten Kinderbuch „Kiki Kufenflitzer - Der Eiskristall“.
Im Jahr 2009 hat sie sich aus dem Filmgeschäft zurückgezogen, um gemeinsame Eiskunstlaufprojekte mit ihrem Partner Norman Jeschke umzusetzen und sich intensiv auf die Arbeit als freischaffende Kinderbuchautorin zu konzentrieren.
Im September 2009 gründete Tanja Szewczenko ihren eigenen Buchverlag, unter dem Namen "Schneekinder-Verlag e. K." mit Sitz in Dortmund, der nun zu ihrer neuen „eiskalten Leidenschaft“ geworden ist...


